Angekommen in Deutschland

Ich bin Farkhunda, ich komme aus Afghanistan.

Afghanistan liegt in Zentralasien. Es ist ca. 5.000 Jahre alt. Die Hauptstadt ist Kabul. Das Land hat den größten antiken Goldschatz der Welt. Er gehörte Alexander, dem großen König. Zurzeit ist dieser Goldschatz in europäischen Ländern zu sehen.

Afghanistan ist größer als die meisten der europäischen Länder. Es gibt 34 Provinzen. Die schönsten und größten Städte sind Kabul und Masar-e-Scharif. Masar-e-Scharif liegt im Norden Afghanistans; dort gibt es seit 2001 ca. 900 deutsche Soldaten als militärische Berater. Die afghanisch-deutsche Freundschaft ist 100 Jahre alt. Obwohl in Afghanistan Krieg ist, freuen sich die Jugendlichen, dass sie zur Schule und zur Universität gehen können.

Aber als der Krieg in Afghanistan größer wurde, sind viele Menschen nach Europa ausgewandert. Von meiner Familie sind meine Mutter, meine beiden Schwestern, meine vier Brüder und ich ausgewandert. Unsere Einwanderung in Deutschland hat das deutsche Verteidigungsministerium möglich gemacht. Mein älterer Bruder, der Englisch gelernt hatte, war als Übersetzer für die deutschen Soldaten in Masar-e-Scharif tätig.

Nachdem die Deutschen Afghanistan verlassen hatten, wurde er bedroht, vermutlich von El-Kaida-Leuten. Jetzt in Deutschland sind wir sicher. Eigentlich sind wir neun Geschwister, zwei Schwestern leben noch in Afghanistan. Wir haben in Kabul alle zusammen gewohnt. Afghanistan ist ein ganz anderes Land als Deutschland, andere Tradition, andere Kultur. Afghanische Familien haben normalerweise mehr als acht Personen und alle wohnen zusammen. Wenn ein Junge und ein Mädchen heiraten, richten sie sich nach den Wünschen der Eltern. Der Junge und seine Familie müssen alle Kosten der Hochzeit bezahlen.

Unser höchster Feiertag ist das Opferfest. Dann tragen wir neue Kleider und besuchen unsere Verwandten. Wir wünschen Ihnen Glück und feiern drei Tage lang. Die Erwachsenen schenken den Kindern Geld. Zum Essen setzen wir uns auf den Boden, nicht an einen Tisch. Die Lebensmittel stellen wir auf ein Tuch. Wir essen nicht mit Löffel und Gabel, sondern mit den Fingern, das ist bei uns Tradition.

Wir sind im Mai 2015 in Leverkusen ­angekommen und konnten in das Pfarrhaus in der Martin-Luther-Straße einziehen. Im Anfang war alles anders für uns, es gab viele Probleme, besonders mit der Sprache, aber auch beim Einkaufen. Wir wollten Zucker kaufen und kamen mit Salz nach Hause. Aber viele Menschen in Schlebusch haben uns geholfen. Jetzt wohnen wir in einem Haus in Lützenkirchen. Es geht uns gut.

Kontakt

Ev. Kirchengemeinde Leverkusen-Schlebusch

Pfr. Jürgen Dreyer

Telefon: 0214 73489213
eMail: eMail

Verwaltung der Stadt Leverkusen

Hotline für Flüchtlinge

Telefon: 0214 406-8811
eMail: eMail

Alkenrather Familientreff

(Anlaufstelle z. Zt. auch für Flüchtlings-Frauen)

Britta Weise

Telefon: 0214 73486430

Evangelische Kirchengemeinde Leverkusen-Schlebusch, Martin-Luther-Straße 4, 51375 Leverkusen, Pfarrbüro Tel. 0214 357699-99