Streit und Versöhnung
Herr
Mache mich zum Werkzeug deines Friedens
Dass ich Liebe übe
Wo man sich hasst
Dass ich verzeihe
Wo man sich beleidigt
Dass ich verbinde
Wo Streit ist
Dass ich die Wahrheit sage
Wo der Irrtum herrscht
Dass ich Glauben bringe
Wo der Zweifel drückt
Dass ich Hoffnung wecke
Wo Verzweiflung quält
Dass ich ein Licht anzünde
Wo die Finsternis regiert
Dass ich Freude mache
Wo der Kummer wohnt
Herr
Lass du mich trachten
Nicht
Dass ich getröstet werde
Sondern dass ich tröste
Nicht
Dass ich verstanden werde
Sondern dass ich verstehe
Nicht
Dass ich geliebt werde
Sondern dass ich liebe
Denn wer hingibt
Der empfängt
Wer sich selbst vergisst
Der findet
Wer verzeiht
Dem wird verziehen
Und wer stirbt
Erwacht zum ewigen Leben
Amen
Aus „Souvenir normand“ um 1913 nach der franziskanischen Tradition
